
Bekanntlich war die Formel 3 zu Beginn der 1950er Jahre eine recht lebendige Szene. Einige Autos aus dieser Zeit haben überlebt, werden gehegt, gepflegt oder wieder aufgebaut. Manche dieser Fahrzeuge stehen in Museen, andere in gut behüteten Garagen, wenige werden auf Rennveranstaltungen eingesetzt.
Die Suche nach Einsatzmöglickeiten der Fahrzeuge bei Rennen, Messen, Ausstellungen, Treffen etc. ist leider sehr begrenzt. Im Classic Race Museum in Jammelshofen am Nürburgring, in der Sammlung Prototyp in Hamburg und im Fahrzeugmuseum in Diekirch in Luxemburg sind solche Fahrzeuge in der Dauerausstellung zu sehen. Das eine oder andere Fahrzeug wechselt seinen Besitzer. Ebenso werden Archive und Sammlungen weitergegeben. Und ein paar Fahrzeuge befinden sich im Aufbau auf historischer Basis oder als Replika.
Wünsche, Anregungen, Informationen, Fotos, Adressen von Fahrzeugen und deren Besitzern sind sehr willkommen.
Nachkriegs-Motorsport in RecklinghausenHein Schlüter hat in nachfolgender pdf-Datei die Geschichte der Ruhrland-Rennen in Recklinghausen zusammengefasst. Nachkriegs-Motorsport in Recklinghausen (pdf-Datei) „© Hein Schlüter (© der Fotos: s.Anmerkungen/Abbildungsnachweis), erschienen in: Vestischer Kalender 2011, Recklinghausen 2010“ Helmut Polensky verstorbenDer Konstrukteur und Rennfahrer des "Monopoletta" verstarb im Herbst 2011 nach einem langen, rund 96-jährigem und ereignisreichem Leben, nicht nur als Rennfahrer auf selbst konstruierten Fahrzeugen wie dem Monopol oder dem kleinen Monopoletta, sondern auch z.B. auf Porsche. Ankündigung: am Wochenende 09.und 10.06.2012 treffen sich Formel 3 Fahrer, darunter auch die britischen 500er Freunde, auf der nordfranzösischen Rennstrecke bei Croix-en-Ternois. Wir wünschen allen Freunden und Besuchern der historischen Formel 3 Seite ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2012! Alfred Domaß, ein Rennfahrer aus dem RuhrgebietEiner der letzten Zeitzeugen der Formel 3 der frühen 1950er Jahre erinnert sich nach rund 60 Jahren: Der Motorsport hat seit jeher junge Leute in seinen Bann gezogen. So konnte sich auch Alfred Domaß (Jahrgang 1928) in Wanne-Eikel nicht dem Reiz der Rennfahrerei entziehen. Mit seiner 350er Horex war er Zuschauer am Nürburgring, als Günter Schlüter im August 1950 dort auf einem Scampolo 501 mit DKW-Motor der Formel 3 tödlich verunglückte. Von dem Unfall erfuhr Domaß erst, als er später das Unfallauto bei Autohaus Tiemann in Wanne-Eikel, wo es auch gebaut worden war, stehen sah. Als junger Elektriker musste er sein Geld in langer und harter Arbeit verdienen, sodass die Entscheidung, den defekten Rennwagen zu kaufen, nicht schnell und leicht fiel. Er versetzte nicht nur sein Motorrad, sondern auch seine wertvolle Leica-Kamera und mit weiteren finanziellen Klimmzügen konnte er den Scampolo erwerben und an den Start bringen. Sein erster Einsatz erfolgte beim Maipokalrennen in Hockenheim im Frühjahr 1951. Anfangs, als das Auto noch nicht ganz abbezahlt war, musste er sich den kleinen Rennwagen noch mit dem Aachener Karl Budde teilen. Domaß finanzierte seine Rennleidenschaft rein durch seine Arbeit. Nur wenn er im Training schnell genug war und sich so für den Endlauf qualifizierte, erhielt er vom Veranstalter Startgeld und Spesen, um wenigstens einen Teil der Aufwendungen decken zu können. Er war sein eigener Monteur. Darin unterschied er sich nicht von vielen anderen Teilnehmern. Ein Herrenfahrer war er sicher nicht. Die Arbeitswoche eines Elektrikers ging damals über sechs Tage. Samstags-Nachmittags erst ging es dann zu den Trainings, um am Sonntag das Rennen zu fahren. Oft reichte es dennoch für vordere Plätze im ersten Drittel der teilweise recht großen Starterfelder.
Zu den Rennen fuhr er in einem DKW-Meisterklasse der Fa. Tiemann samt Anhänger. Auf der Berliner Avus sprach ihn 1952 einmal ein zufälliger Besucher an, ob er ihm als Helfer dienen und im Gegenzug das Rennen vom Fahrerlager aus verfolgen könne. Gesagt getan. Am Sonntag nach dem Rennen kam dann ein Mitarbeiter eines Berliner Hotels auf Domaß zu und bat um Begleichung einer offenen Rechnung. Diese Rechnung hatte wohl der unbekannte Helfer verursacht, der sich mit seiner Helfer-Armbinde als Fahrer Domaß dort ausgegeben hatte. Noch beim Saisonauftakt beim Krefelder Glockenspitzrennen war er mit einer Schnittverletzung an der linken Hand gekommen, die während des Rennens durch das häufige Schalten wieder aufriss. Zum Rennen auf der Halle-Saale-Schleife im Juni 1952 erhielt er eine Polizeieskorte von der damaligen Zonengrenze bis nach Halle. Der dort erzielte fünfte Platz im Rennen brachte ihm viel Gepäck für die Rückfahrt ein: eine Musiktruhe, ein Fernglas sowie eine 42-bändige Büchersammlung aus Ostproduktion. Beim letzten Rennen 1952 auf dem Grenzlandring fuhr er gegen internationale Konkurrenz unter anderem vom Kaliber eines Stirling Moss oder John Cooper. Seine deutschen Konkurrenten waren deutsche Meister wie Walter Komossa (Recklinghausen) oder Markengefährte Helmut Deutz (Lüdenscheid). Als die Formel 3 im Laufe des Jahres 1952 noch aufwendiger wurde, stand für Domaß die Wahl zwischen Rennerei und Eheleben an. Das war nicht wirklich eine echte Alternative. Nach mindestens elf erfolgreichen Rennen in zwei Jahren endete so seine Karriere und das Auto wurde zunächst an Fa. Tiemann zu Ausstellungszwecken gegeben. Das war Folge eines Handschlagsgeschäftes mit dem damaligen Seniorchef. Einige Jahre später, nach dem Tode des Seniors, konnte der Juniorchef sich nicht an eine Absprache erinnern, machte eine Gegenrechnung wegen Standkosten auf und befand, dass das Auto nun der Fa. Tiemann gehöre. Manche Verträge lassen sich nicht beweisen und Streit lohnt mitunter nicht. So befindet sich heute noch das Auto dort. Aufgeschrieben von Lothar Mildebrath im August 2011 |
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