„Helio“ von Heinz Lindermann, Oberhausen
Heinz Lindermann (1925-1996) aus Oberhausen hatte zusammen mit seinen beiden Brüdern (Herbert und Hans) in einer KFZ-Werkstatt (Horch, Borgward) und Tankstelle ihres Vaters Heinrich gearbeitet. Seine KFZ-Meisterprüfung legte Heinz in Heide/Holstein ab. Einige Zeit später hat er einen Fahrlehrerschein und sich dann selbstständig gemacht. Er hatte Fahrschulen in Oberhausen (Alstaden, Osterfeld, Sterkrade) und Mülheim Styrum. Nach dem Tod des Vaters hat Heinz zu seinen Fahrschulen auch noch die o.g. KFZ-Werkstatt übernommen. Nebenbei betrieb er noch eine Fahrlehrer-Fachschule.
Zusammen mit seinem Vater hat Heinz Lindermann in deren Werkstatt den "HELIO“ kreiert.
Der Helio hatte wie viele andere Eigenbauten dieser Art einen BMW R 75 Motor aus dem Wehrmachtsgespann, der für die Formel 3 auf 500 ccm herunter gebüchst und durch eine geänderte Nockenwelle leistungsoptimiert wurde. Je nach Verdichtungsverhältnis wurde die passende Spritmischung getankt, um möglichst optimale Leistung zu gewinnen. Achsen und Bremsen stammten aus einem gebrauchten Fiat. Das Getriebe kam aus einem VW, wo anstelle des Rückwärtsgangs ein fünfter Vorwärtsgang eingebaut worden war. Die Karosserie stammte aus eigener Produktion. Das Auto wurde auf öffentlichen Straßen rund um Oberhausen und auch der Autobahn A3 getestet.
Beim Training zum ersten Rennen auf dem Nürburgring brachen wegen hoher Drehzahlen die Stößel. Diese konnten noch an Ort und Stelle gegen stabilere getauscht und so die Rennteilnahme gesichert werden. Im Rennen selbst löste sich dann ein Rad, so dass sich die Zielflagge nicht für den Helio senkte. Beim Training zu einem Rennen auf der Recklinghausener Trabrennbahn kam es zu einem Überschlag mit glimpflichem Ausgang.
Leider teilte der Helio das Schicksal vieler Formel 3 Fahrzeuge. Er litt an mangelnder Zuverlässigkeit. Von seinem ersten Start am 20.8.1950 bis zu seinem letzten am 28.6.1953, jeweils auf dem Nürburgring, sind 19 Renneinsätze nachweislich, von denen mindestens zehn nicht aus eigener Kraft beendet werden konnten.
Das Auto wurde schließlich verschrottet.
Mit einem zweisitzigen Fahrzeug mit Gutbrod-Motor, das ebenfalls unter dem Namen Helio lief, startete Heinz Lindermann wohl nur ein einziges Mal beim Eifelrennen am 25.5.1952 auf dem Nürburgring in der Sportwagenklasse H/S bis 750 ccm.
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