Cooper in der „Formel 3“ bzw. der „Formel 500“ ab ca. 1948
John Cooper (1922-2000, aus Surbiton, Surrey, England) baute mit seinem Vater Charles (1893-1964) in deren Firma im Laufe der Jahre rund 300 vierrädrige Monoposto-Rennwagen mit luftgekühlten Motorradmotoren; also schon eine regelrechte Serienproduktion. Die verwendeten Motoren hatten 500 ccm und ca. 45 PS.
Die Motoren in England kamen von "JAP" (John Alfred Prestwich, 1874-1952, London-Tottenham). Außerdem war er als Einbaumotor „einzeln“ zu haben. Zudem war ab 1951 der DOHC-„Manx“-Motor von „Norton“ („double knocker“, mit Königswelle, gebaut ab 1938) sehr begehrt, allerdings nur komplett mit Motorrad zu haben, allein schon daher teuer und selten, nicht nur auf dem Kontinent.
Erfolgreiche Fahrer wie John Cooper fuhren auch ab ca. 1951 im jeweiligen Ausland. Er siegte z. B. auf dem "Grenzlandring" im August 1952 auf „Cooper-JAP“ vor Eric Brandon (1920-1982) und Stirling Moss (1929-), beide auf „Cooper-Norton“. Viele große Karrieren begannen in der kleinen Serie. Graham Hill (1929-1975), Ken Tyrell (1924-2001), Bernie Ecclestone (1930-) in Großbritannien gehören in diese Gruppe. „Cooper-Norton“-Fahrzeuge dominierten die Klasse in Großbritannien über mehrere Jahre und auch auf dem europäischen Festland.
1950 fand ein erster Versuch einer Deutschen Formel-3-Meisterschaft mit Toni Kreuzer auf „Cooper-JAP“ als Sieger statt. Also bereits in dieser frühen Phase der Rennserie und der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands kamen die ersten Cooper-Rennwagen nach Deutschland. Gottfried Vollmer fuhr selbst nach England, um seinen Wagen dort persönlich abzuholen. Er fuhr dann nahezu direkt weiter zu seinem ersten Rennen am Hockenheimring, Nuerburgring, Grenzlandring, Feldberg, Leipzig etc.
Ab 1951 kamen auch zahlreichen britische und andere Fahrer mit ihren Cooper zu den deutschen Formel 3 Rennen. Dort wie in allen europäischen Rennen waren sie sehr erfolgreich. Vielleicht ist ihre damalige Dominanz mit ein Grund, warum die Formel 3 in (West-)Deutschland schnell ihre Attraktivität für Veranstalter, Zuschauer und auch für professionelle Firmenbeteiligung verlor.
Adolf Lang wurde 1953 (west-)deutscher Formel 3 Meister.
Liste der deutschen Formel 3 Fahrer auf Cooper:
Ahrens sen., Kurt, Braunschweig, 1953
Ahrens, jun., Kurt, Leipzig, 1958
Buchberger, Ludwig, Muenchen, 1954
Fitzau, Theo, Koethen, 1953
Frank, Oskar, Koeln, 1950
Hampel, Walter, Wolfsburg, 1955
Helfrich, Theo, Mannheim, 1954
Hoffmann, Paul, ?, 1953
Isenbuegel, Guenter, Koeln ?, 1958
Karch, Oswald, Ludwigshafen, 1954
Kolan, Otto, Neumuenster, 1953
Kreuzer, Anton (Toni), Muenchen, 1950
Kuhnke, Kurt, Braunschweig, 1951
Lang, Adolf, Bamberg, 1951
Maeusler, Herrmann, Wangen, 1954
Meub, Philipp (Fips), Frankfurt, 1954
Oppel, Hugo, Muenchen, 1952
Schlueter, Walter, Velbert, 1951
Sieper, August, Chemnitz, 1953
Staschel, Friedrich, Bremerhaven, 1958
Sturzebecher, Willi, ?, 1954
Vollmer, Gottfried, Essen-Kettwig, 1950
Weeke, Walter, Rheydt, 1954
Wuestrich, Rudolf, Braunschweig, 1956.
Starke, Karl, Siegen, Halle, 1959
Scheibe, Helmut, Dachaus, Rostock, 1952
Leider gibt es keine weiteren Hinweise darauf, ob diese Fahrer auch die Eigentümer der Fahrzeuge waren und welchen Motor sie verwendet haben. Wahrscheinlich hatten die meisten den JAP-Motor, einige auch oder zumindest später den Norton-Motor.
Nach Angaben von Karl-Heinz-Meub, kaufte sein Vater Philipp (Fips) Meub sein Cooper MK VI im Jahr 1952 (1954?) von Kurt Ahrens. Er beteiligte sich mit diesem Wagen bis 1960 an zahlreichen Rennen in mehreren europäischen Ländern. Er experimentierte auch mit einem BMW RS 54 Rennmotor unter Anleitung von Alex von Falkenhausen. Heute hat dieser Cooper immer noch einen BMW-Motor und wird bei einigen Veranstaltungen eingesetzt.
Ein Cooper-JAP (ehemals Fahrer: Friedrich Staschel) ist im Classic Race Museum zu finden. Ein weiterer (ehemals: Gottfried Vollmer) steht im August-Wurring-Museum (AWD) in Ratingen-Breitscheid. Beides sind Fahrzeuge der Baureihe Mark VIII mit JAP-Motor.
Mittlerweile hat das Schicksal den „Mini“ und dessen „Cooper“-Serie in die BMW-Group gebracht. So sind die einstigen Konkurrenten unter einem Dach vereint.
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